Unsere Betriebsweise – Imkerei Wanderl

Unsere Betriebsweise

Übersicht Jahresarbeiten

(01.11-28.02) – Saisonvorbereitungen

3.1 Allgemein

  • Überlegungen anstellen, wie man diesen Sommer die Imkerei betreiben will (Stockkarte zur Rate führen und auch neue Stockkarten vorbereiten)
  • Bei welchen Völkern steht eine Umweichselung an
  • Wie viele Völker möchte man haben?

3.2 Materialien vorbereiten

  • Rähmchen säubern, spannen und löten
  • Zargen reparieren und wenn nötig neu streichen
  • Neue Rahmen, Zargen, Beuten beschaffen
  • Mittelwände besorgen
  • Edelstahldraht für Rähmchen
  • Trafolöter funktionsfähig
  • Rähmchenlocher und Ösen vorhanden
  • Spannzange für Draht in den Rähmchen
  • Bienenbesen, Handschuhe, Smoker & Rauch
  • Nelkenbeutel
  • Oxalsäure und Ameisensäure vorhanden
  • Winterfutter beschaffen (Zucker und Zuckerkuchen)
  • Vollwaschmittel bzw. Reinigen für Imker
  • Drahtbürste und normale Bürste
  • Säurehandschuhe

3.3 Was wird für die Honigernte benötigt

  • Schleuder betriebsreit
  • genügend Honigeimer und Honiggläser
  • Honigrührer in Ordnung
  • Abfülleimer in Ordnung
  • Entdeckelungsgeschirr in Ordnung
  • Bodenabdeckung vorhanden
  • Beantragung eines Honigloses über den Imkerverein. Mit einem Honiglos kann der geerntet Honig kostenlos zur Analyse eingeschickt werden.
    Der Antrag sollte frühzeitig im Verein abgegeben werden (vor März)

3.4 Einlöten von Mittelwänden

  • Bei vertikal gedrahteten Rähmchen wird
    die Mittelwand unten aufgesetzt und eingelötet,
    so dass oben in kleiner Raum frei bleibt.
  • Bei horizontal gedrahteten Rähmchen wird die
    Mittelwand so eingelötet, dass unten ca. 2 mm frei sind
    Horizontal gedrahtete Rähmchen sind ausfolgendem Grund vorzuziehen:
  • Der Verbau von oben ist leichter zu entfernen
  • Bei stark gespannten Draht verzieht es den Rahmen weniger als bei der vertikalen Variante

3.5 Wabenhygiene

3.5.1 Allgemain

  • Es werden grundsätzlich nur unbebrütete Waben wiederverwendet.
  • Bebrütete Waben werden grundsätzlich eingeschmolzen
  • Ausgebaute- bzw. Mittelwandwaben können mit 60 %iger Essigsäure vor Wachsmotten geschützt werden (wie bei Varroabekämpfung einfach oben drauf)
  • Reinigen von Zargen mit Hilfe des Dampfwachsschmelzers und abflammen (innen / außen nicht notwendig). Vorher abkratzen.

3.5.2 Einwintern von Honigwaben nach dem Abschleudern

  • Abgeschleuderte Honigwaben wieder auf das Volk aufsetzen um es von den Bienen ausschlecken zu lassen.
  • Ausgeschleckte Honigwaben/Zargen auf einen Turm zusammenstellen (unten und oben offen). Der Turm muss draußen und im Trockenen stehen (darf nicht angeregnet werden)
  • Danach den Turm mehrere Wochen offenstehen lassen, damit die Wespen die Wachsmotten ausfressen können.
  • Nach dieser Zeit können die Zargen mit den ausgebauten Waben trocken eingewintert werden.
  • In den Turm auf die letzte Zarge 60%ige Essigsäure zum Verdunsten aufsetzen
    (2 ml pro l Rauminhalt à Zanderzarge hat 49 l = 100 ml 60%ige Essigsäure)

4. (Februar) – Frühjahrspflege

4.1    (01.12 – 30.04) – Futtervorrat mtl. überprüfen

  • Es muss das Gesamtgewicht der Beute incl. Zargen bekannt sein + 1 kg Bienen Gewicht + 1 kg Futter= Kritischer Überlebenspunkt des Bienenvolkes.
  • Gewichtskontrolle im Dezember und folge Monate (unbedingt notwendig bei warmen Wintern, da die Bienen dann durchbrüten und mehr Futter benötigen).
  • Wenn zu wenig Futter drin ist, muss nachgefüttert werden. Im April sollten mind. 4 kg, besser 6-8 kg vorhanden sein (Zander-Wabe hat ca. 2-3 kg Futter)
  • Futterteig wird im Winter besser angenommen als Flüssigfutter (unter 10 C ist zwingend mit Futterteig nach füttern, über 10 C kann auch Flüssigfutter gegeben werden).
  • Futterteig wird im Frühjahr nicht in den Honigraum umgetragen.
  • Bei Nachfütterung am besten Futtertasche mit Futterteig Brutnestnah einhängen
  • Einfachste Methode der Nachfütterung volle Futterwaben aus dem letzten Frühjahr einhängen
  • Anfang Frühjahr kann ein Ausfuttergleich der Futterwaben mit Völkern gemacht werden die noch genug Futter haben.
  • Bei Notfütterung Flüssigfutter verwenden und direkt ins Brutnest füllen und auch eine Futterspur legen.
  • Futterabriss vermeiden
    • Bienen verlassen Ihre Brut nicht, so kann es passieren, wenn das Futter zu weit entfernt ist, dass die Bienen trotz vorhanden Futter verhungern.
    • Dies kann vor allem bei milden Temperaturen im Winter passieren, wenn die Bienen zum Brüten anfangen und dann ein plötzlicher, länger anhaltender, Kälteeinbruch kommt. Hier kann es vorkommen, dass die Bienen den Kontakt zum Futter verlieren. Dies kann insbesondere im Warmbau passieren aufgrund der Anlage der Wabenfüllung
  • Maßnahmen um den Futterabriss zu verhindern:
    • Nur zweizargig überwintern
    • Nur starke Völker überwintern
    • Gitterböden bleiben das ganze Jahr lang offen
    • Im Kaltbau imkern und nicht im Warmbau
  • Erkennen kann man einen Futterabriss daran, dass viele toten Bienen mit den Köpfen nahen der Brutzellen in den Zellen verendet sind.

4.2 (01.02 – 28.02) – Boden vom Gemüll befreien und Krankheitskontrolle

  • Kohlenkatze kann helfen den offenen Gitterboden zu reinigen
  • Völkerverluste über den Winter i.d.R. zwischen 10% – 20%
  • Wenn Kalkbrut festgestellt wird (mumifizierte Maden am Gitterboden od. vorm Volk am Boden) Volk vormerken, Wabenhygiene betreiben und Umweichseln (befallene Waben entnehmen / neue Beute / neue Rähmchen / flüssig füttern)
  • Wenn ein starkes Volk eingewintert wurde und nach dem Winter fast keine Bienen mehr da sind, deutet das auf Varroaschaden hin.

Hinweise:

  • Es ist ein Arzneimittelbestandsbuch und –anwendungsbuch mit folgenden Daten zu führen:

Anzahl der Bienenvölker / Standort / Arzneimittel# / Datum / Art der Verabreichung / Wartezeit in Tagen / Name des Arzneimittels

  • Rechnungen und Belege von Arzneimitteln sind aufzuheben
    • 60%ige Ameisensäure und 15% Milchsäure sind nicht apothekenpflichtig
      (müssen nicht ins Bestandsbuch aufgenommen werden)
    • 3,5%ige Oxalsäure ist apothekenpflichtig (muss ins Bestandsbuch aufgenommen werden)

4.3 (15.02 – 28.02) – Mäusegitter und Fluglochkeile entfernen 

  • Fluglocheinengungen bleiben nur bei schwachen Völkern ansonsten werden Sie entfernt.
  • Bausperre wiedereinsetzen

5. (März) – 1. Große Durchsicht

Grundsätzlich gilt:

➡ VOR MÄRZ KEINE EINGRIFFE INS BIENENVOLK!

➡ GRÖßERE EINGRIFFE NICHT UNTER 20°C VORNEHMEN!

5.1    (01.03 – 15.03) – Überprüfen ob Nachfütterung im März notwendig ist

  • Grundsätzlich gilt: Es sollten Anfang März mind. 8 kg Futter im Volk vorrätig sein. Nur mit dieser Menge Futter ist gewährleistet, dass die Bienen ihre Bruttätigkeit nicht einstellen.
  • Erklärung:
    • Als Regel gilt im März & April benötigen die Völker jeweils 4 kg Futter. In Summe also 8 kg Futter (= Bei Zanderwaben mit 2,5 kg Futter pro Wabe also mind. 3 volle Waben).
    • Faustformel für März & April:  1/2 des Futterbedarfs bestreitet das Volk im März und April bereits selbst
    • Kommt es jedoch zu einem Kälteeinbruch od. verspäteten Blüte im März kann es passieren das der komplette Futterbedarf über im März über die Futterreserven gedeckt werden muss (= 8kg). Es blieben für den April also keine Reserven mehr übrig.
    • Hier könnte es also notwendig sein noch einmal 4 kg Futter nach zu füttern. Dies sollte entweder in Form von Ausgleich von Futterwaben als Völkern kommen die mehr Reserven haben oder Futterkuchen füttern (wenn es über 10 C warm ist kann auch Flüssigfutter verabreicht werden)
    • Ab Ende April/Anfang Mai sollten sich die Völker i.d.R. mit Beginn der Obstblüte selbst versorgen können.

5.2    (01.03 – 15.03) – Frühtracht vortäuschen (optional)

  • Es sollten insgesamt noch 7 – 8 kg Futter vorhanden sein
    (eine volle Zander-Wabe enthält zwischen 2 – 3 kg Futter)
  • Begrenzung der Wabenzahl an die Bienenvolkpopulation
  • Alte Brutwaben und alte leere Futterwaben werden durch neue ausgebaut Waben bzw. wenn nicht vorhanden durch Mittelwände ersetzt.
  • Brut Waben à dann folgt ein Trennsheet à gefolgt von zerkratzten Futterwaben
    (die zerkratzten Futterwaben täuschen den Bienen eine Frühtracht vor und diese gehen daraufhin früher in Brut)

5.3    (15.03 – 31.03) – Kontrolle auf Weiselrichtigkeit & Gemüllkontrolle

  • Gibt es im Volk gedeckelte Arbeiterinnenbrut = Weiselrichtig (es gibt eine Königin)
  • Wenn es nur Drohnenbrut gibt mit genau einem Ei in jeder Zelle:
    • Das bedeutet: Königin ist noch da, kann aber keine befruchteten Eier mehr legen
    • Als Folge ist das Volk aufzulösen, indem die Königin entfernt wird und das Volk auf andere Völker aufgesetzt wird
    • Alternativ kann auch eine neue Königin zugesetzt werden.
  • Wenn es nur Drohnenbrut gibt mit mehreren Eiern in jeder Zelle (= Buckelbrut):
    • Normale Bienen legen Eier, es gibt keine Königin mehr
    • Das Volk mind. 50 m von Standort entfernen und dann die Zarge ausleeren
    • An den alten Beuteplatz für 2-3 Wochen keine neue Beute stellen

5.4 (15.03 – 31.03) – Drohnenrahmen geben

  • Drohnenrahmen kennzeichnen z. B. mit der Aufschrift „DR“
  • Drohnenrahmen in die Nähe vom Brutnest hängen.
  • Drohnenbrutentnahme immer alle 2-3 Wochen (= zwischen 14 Tagen und 21 Tagen) nachdem ein Drohnenrahmen gegeben wurde.
  • Drohnenrahmenentnahme so lange geben bis Bruttätigkeit eingestellt wird (ca. 3-4 mal insgesamt)
  • Damit die Bienen die Dohnenwaben möglichst gerade nach unten gebaut werden, können Bruchstücke einer Mittelwand in die Drohnenwabe von oben hergesehen eingelötet werden.
  • Wenn eine Drohnenwabe zwischen zwei ausgebaute Wände gegeben wird, bauen die Bienen i.d.R. gerade nach unten.
  • Das geschnittene Wachs von den Drohnenrahmen ist zeitnah einzuschmelzen

5.5 (15.03 – 31.03) – Erweitern von Zargen-Völkern

Regel:
Wenn möglich sollten die Völker eine Zarge voll ausfüllen, bevor man diese erweitert.
(Wenn bis auf die äußeren Waben die Zarge voll mit Bienen gefüllt ist)

Königin mit Brut entwickelt sich immer von unten nach oben der Brutwärme folgend.

  • Ausbau von Mittelwänden erfolgt nur bei Tracht und / oder Flugwetter.
  • Raummangel erkennt man an dicht besetzten Waben mit zeitgleichen
    • Vorlagern der Bienen (Bienenbart vor dem Flugloch)
    • Bilden einer Bienentraube unter den Rähmchen
    • intensiven Wildbau auf den Rähmchen oder in Hohlräumen
    • Weiterhin kann Platzmangel nicht nur durch viele Bienen, sondern auch durch sehr viel Trachteintrag entstehen. Ein Anzeichen hierfür ist das Verhonigen des Brutraumes (intensives Einlagern von Honig im Brutnestbereich)

  • Das Brutnest wird i.d.R. nicht umgehängt (wenn die zweite Brutzarge nicht angenommen wird, können 1 od. 2 Brutwaben in die neue Zarge umgehängt werden).
  • Wachsbrücken entfernen und in Wachseimer sammeln
  • Drohnenwabe in der Nähe vom voraussichtliche Brutnest einhängen
  • Wenn noch genug Zeit bis zur ersten Tracht ist um die Erweiterungszarge zu bebrüten (ca. 3 Wochen), wird die Erweiterungszarge einfach oben aufgesetzt.

  • Wenn nicht mehr genug Zeit ist um die Erweiterungszarge bis zur ersten Tracht zu bebrüten (< 3 Wochen), dann
    • Überflüssiges Futter entfernen
    • Absperrgitter aufsetzen
    • Honigraum über Absperrgitter setzen
    • 2 Wochen nach Trachtbeginn Erweiterungs-zarge unter alte Brutzarge setzen
    • Nach erster Honigschleuderung Brutzargentausch vornehmen, so dass alte Waben unten sitzen.
  • Berechnung benötigte Brutwaben im Zandermaß:
    • Eine Biene schlüpft in 21 Tagen und eine Königin legt am Tag zw. 2000 und 2500 Eiern.
    • Eine Zanderwabe hat auf jeder Seite ca. 3200 Zellen also 6400 Zellen gerundet 6000.
    • Daraus ergibt sich ein max. Platzbedarf von:
      2500 Eiern x 21= 52.500 Zellen für Eier
    • Das entspricht 52.500/6.000= 8,75 Zanderrahmen
    • Damit würde theoretisch ein Brutrahmen ausreichen!!!

5.6    (15.03 – 31.03) – Volksstärken ausgleichen (optional)

  • Voraussetzung für den Volksstärkenausgleich ist die Weiselrichtigkeit des schwachen Volkes
  • (schwaches Volk muss verdeckelte Brut haben und gesund sein).
  • Schwaches Volk wird über Absperrgitter auf ein starkes Volk aufgesetzt.
  •  Ausgleich der Volksstärke sollte frühzeitig erfolgen, so dass beide Völker bei 1. Tracht über Flugbienen verfügen.
  • Nach 4-5 Wochen sollte das Schwache Volk so stark sein um wieder alleine zurecht zu kommen
    • Nach Möglichkeit das aufgesetzte Volk an einen neuen Standort bringen
      (mind. 3 km Entfernung – besser 5 km Entfernung)
    • Wenn kein Alternativ-Standort zur Verfügung steht, wird das Starke Volk an einen neuen Platz gestellt.
      Der Boden bleibt beim Schwachen Volk an Ort und Stelle.
      Als Folge verliert das starke Volk vorübergehend alle Flugbienen.

  • Alternativ: Brutwaben von starken Völkern entnehmen, diese mit einer Zuckerwasserlösung 1:1 einspritzen und diese in die schwachen Völker einhängen
    Achtung: die Königin darf nicht mit umgesetzt werden.

5.7     (15.03 – 31.03) – Umsiedlung in eine neue Zarge (optional)

Grundsätzlich gilt:

VOR MÄRZ KEINE EINGRIFFE INS BINENVOLK!!!

  • Die Umsiedlung eines Bienenvolkes in eine neue Zarge wird am besten bei der 1. Durchsicht im März ausgeführt.
    Begründung: Bis Mitte März haben sich die Völker i.d.R. schon recht gut entwickelt und die Bruttätigkeit ist schon fortgeschritten, so dass eine mögliche Verletzung der Königin das gesamte Volk nicht zwingend gefährden würde, wie es z. B. im Januar oder Februar der Fall wäre, da eine neue Königin nachgezogen werden kann.
  • Nach Platzwechsel des Bienenvolkes an einem anderen Standort, mind. 3 Wochen warten bis an den alten Standort zurückgewechselt werden kann

5.8 (15.03 – 31.07) Schwarmstimmung

5.8.1    Schwarmstimmung Allgemein  (LWG, 2016)

  • „…bei warmen Temperaturen neben den Obstbäumen auch Löwenzahn, Raps, Felsenbirne und Schlehen in voller Blüte stehen, werden die ersten Schwärme gesichtet…“

  • „Schwärme fliegen in der Regel zwischen 10:00 und 15:00 Uhr.“
  • „Schwärme fliegen (bei europäischen Bienenrassen) erst dann aus, wenn die ersten Schwarmzellen von den Bienen verdeckelt wurden.“
  • „ca. 8 Tage nach dem Vorschwarm schlüpfen die jungen Königinnen.“
  • „Setzt sich ein Schwarm in erreichbare Höhen von 2-3 m so enthält er oft die alte Königin (Vorschwarm).
  • „Fliegt der Schwarm dagegen in 8-10 m Höhe, ist es wahrscheinlich eine junge Königin mit einem Nachschwarm.“
  • „“Schwarmzellen“ und „Stille Umweiselungszellen“ haben einen runden Boden, Nachschaffungszellen (auf einer Arbeiterinnenzelle errichtet) haben einen sechseckigen Boden.“

  • Im März betreuen 2 Bienen ca. 4 Maden
  • Im April betreuen 3 Bienen ca. 4 Maden
  • Im Mai betreut 1 Biene ca. 1 Made = Schwarmstimmung entsteht

5.8.2 Welche Schwarmvarianten gibt es?  (LWG, 2016)

  • Singerschwarm
    • Wenn die alte Königin vor dem Schwärmen verloren geht kommt es zum Singerschwarm, der eine junge Königin hat, aber der erste Schwarm des Volkes in diesem Jahr darstellt.
  • Vorschwarm:
    • Er hat eine alte Königin, die mit etwa der Hälfte der Bienen ausschwärmt.
  • Nachschwarm:
    • Schlüpfen die jungen Königinnen aus dem Schwarmzellen, kommt es zum Nachschwarm, manchmal auch zu mehreren. 
  • Heidschwarm oder Jungfernschwarm:
    • Schwärmt der Vorschwarm im selben Jahr noch einmal (weil sich der Vorschwarm besonders gut entwickeln konnte) nennt man den Schwarm Heidschwarm oder Jungfernschwarm. Er hat die alte Königin des ursprünglichen Volkes.

5.8.3    Schwarmverhinderungsmassnahmen:

  • Drohnenbaurahmen geben und Drohnenrahmen schneiden
  • Immer für genügend Platz in der Beute sorgen
  • Volle Pollenbretter entnehmen
  • Ableger bilden
  • Schwarm vorwegnehmen

5.8.4    Materialien zum Einfangen von Schwärmen  (LWG, 2016)

  • Leichter Behälter zum Einbringen des Schwarms (z.B. leichter Bienenkasten, Schwarmfangkorb)
  • Wasserzerstäuber (der Schwarm rückt enger zusammen, die Bienen fliegen weniger auf und er kann leichter in den Behälter gebracht werden)
  • 1 leere Zarge
  • 1 Astschere um evtl. behindernde Zweige zu kürzen
  • 1 Bienenbesen zum Streichen über die Bienentraube beim Suchen nach der Königin

5.8.5    Einfangen von Schwärmen  (LWG, 2016)

  • Mit der Astschere den Arbeitsbereich um den Schwarm herum gut zugänglich halten
  • Schwarm mit Wasser eingesprüht. Er zieht sich dadurch enger zusammen.
  • Mit der einen Hand wird die Leerzarge (mit geschlossenem Boden) unter den Schwarm gehalten, mit einem kurzen, aber kräftigen Ruck der anderen Hand, gegen den Ast, fällt die Schwarmtraube herab 
  • Die Leerzarge mit dem Schwarm nun zügig auf den Boden unterhalb des gerüttelten Astes stellen und die Zarge mit Mittelwänden aufsetzen. Deckel auflegen.
  • Flugloch öffnen, damit die noch umherfliegenden Bienen einfliegen können.
  • Die Bienen vergessen nach dem Schwarmakt recht schnell, woher sie kamen. Deshalb ist das Verstellen innerhalb kurzer Distanzen möglich. Das Verbringen an einen anderen Ort sollte abends nach Beendigung des Bienenfluges erfolgen. 
  • Bei sehr heißem Wetter kann es passieren, dass der Schwarm wieder auszieht. Daher ist dann eine Kellerhaft in einem kühlen, dunklen Raum ratsam. Auch das Zuhängen einer Bannwabe (offene Brutwabe aus einem Volk) wirkt einem evtl. Ausziehen entgegen. 

Hinweise:       

  • Ein Quarantänestand, der grundsätzlich für eingefangene Schwärme verwendet wird, schützt vor der Übertragung eventueller Krankheiten des Schwarmes auf die eigenen Bienenvölker.
  • Faulbrut: Falls der Schwarm aus einem angrenzenden Faulbrutsperrbezirk gekommen sein könnte, ist die Kellerhaft dringend anzuraten. Hierbei wird der Schwarm ohne Waben sowie ohne Futter für 3 Tage eingesperrt. Dabei verbrauchen die Bienen den gesamten Honigblaseninhalt, und eventuelle Faulbrutsporen können nicht mehr hervorgebracht werden. Unmittelbar nach der Kellerhaft werden Mittelwände zugehängt. Der Schwarm ist dann dringend mit Zuckerwasser 1:1 zu füttern.
  • Varroabehandlung: Noch bevor der Schwarm die ersten Mittelwände ausgebaut und die junge Brut verdeckelt wird, ist eine Behandlung gegen Varroa möglich, sofern in demselben Jahr kein Honig mehr von diesem Schwarm geerntet wird. Hierzu bietet sich Milchsäure ad. us. vet. an (15 %ige, rechtsdrehende Milchsäure L +). Das Besprühen erfolgt mittels Druckzerstäuber mit feinem Sprühbild. Die Schwarmtraube muss gleichmäßig besprüht werden. Für 2 kg Bienen werden etwa 80-100 ml der Milchsäure benötigt.

6. (April)

6.1    (01.04 – 30.04) – Überflüssiges Winterfutter entnehmen

  • Entweder Entnahme von zu viel Futter oder dieses in die untere Zarge umhängen, da Bienen den Honig umtragen (Entscheidung hängt auch von der Wettervorhersage ab).
    Wenn Futter zum Umtragen in die untere Zarge gehängt wird, die Zellen der Futterwabe zerkratzen.
  • Es wird oben mit leeren Mittelwänden aufgefüllt.
  • Entnommene Futterwaben können verwendet werden für:
    • das Auffüllen von Völkern die zu wenig Futterhaben
    • das Futter für die Ableger
    • Das Auffüllen bei der nächsten Winterfütterung

Hinweis:

  • Unbebrütete Waben mit Pollen sind aufgrund des Wachskäfers schwierig aufzubewahren (Schwefelstreifen verwenden)

6.2 (01.04 – 30.04) -Honigraum geben

  • Wird aufgesetzt bei Beginn Kirsch- Obstbaumblüte (i.d.R. zwischen 01.04 – 30.04)
  • Für den Honigraum ist es immer zu spät nie zu früh.
  • In der Gegend um Endorf gibt es folgende Trachten:
    • Obstblüte, Wildgehölze und Löwenzahn
    • Waldtracht (Beginn Mitte Juni)
    • Nach dem Abschleudern kommen noch das Springkraut und die kanadische Goldrute. Dieses kann zur Ergänzung der Einfütterung benutzt werden
  • Für alle Bienenvölker gilt: Futter wird vom Flugloch aus gesehen immer an die entfernteste Stelle gelagert (immer vom Feind weg)
    • Bei Kaltbau bedeutet das: jede Wabe enthält Brut, Pollen und Honig.
      Auch wird der Honig gerne bei Zander in die äußeren Rämchen rechts und links eingetragen wenn
    • Für den Warmbau bedeutet das: vorne beim Flugloch sitz das Bienenvolk und hinten die Honigwaben!!!
  • Aus dem Wabenaufbau ergibt sich somit folgende Bestückung für den Honigraum (allgemein gilt, die ausgebauten Waben werden über dem Brutnest aufgesetzt):
  • Zargen sind grundsätzlich komplett vorbereitet bevor die Völker geöffnet werden.
    • Eingelötete Mittelwände
    • Gesäuberte Zargen verwenden
    • Honigraum komplett bestückt
  • Wenn keine ausgebauten Waben vorhanden sind für den Honigraum, wird der Honigraum ausschließlich mit Mittelwaben befüllt. Um eine bessere Annahme zu erreichen, wird der Honigraum ohne Absperrgitter gegeben. Sobald die Bienen den Honigraum angenommen haben, wird die Königin nach unten versetzt und das Absperrgitter gegeben.
    Alternativ kann auch eine Ausgebaute Wabe aus der unteren Zarge die noch nicht bebrütet wurde in den Honigraum gehängt werden.
  • Zwischen Brutraum und Honigraum wird ein Absperrgitter eingefügt. Zuvor werden die Wachsbrücken auf der Brutzarge entfernt.
  • Absperrgitter mit Zwischenholzrahmen müssen einen Abstand von 4-5 mm haben .

Hinweise:

  • Wenn man Sortenreinen Honig haben will, muss man immer mit Absperrgitter imkern
  • Bei Zuchtvölkern muss ebenfalls mit Absperrgitter geimkert werden.
  • Die vier Verbote beim Honigraum aufsetzen:
    • Keine Reizfütterung à funktioniert nicht
    • Kein Drehen der Brutmagazine
    • Kein Zählen der Brutwaben
    • Kein abwechseln der Wabentypen
      (Mittelwand – Ausgebaut – Mittelwand – …)
  • Wenn reine Honigwaben (ohne Brut) in den unteren Zargen gefunden werden, können diese in den Honigraum umhängen.
    Den frei werdenden Platz mit einer ausgebauten Wabe auffüllen.

6.3 (15.04 – 15.05) – Zweiten Honigraum aufsetzen

  • Der Zweite Honigraum wird immer oben aufgesetzt, da ansonsten alte Honig wieder „Wasser zieht“.
  • wenn ca. 2/3 der Honigwände ausgebaut sind (= bei 10 Zander sind im 1. Honigraum noch 3 nicht ausgebaute Mittelwände)
  • Bei starken Völkern und guter Tracht kann nach einer Woche bis 10 Tagen der zweite Honigraum aufgesetzt werden.
  • Die Bestückung des 2. Honigraumes ist wie die Bestückung des 1. Honigraumes.
  • Wie schnell man aufstockt hat Einfluss auf den Wassergehalt der Honigs:
    Je langsamer man aufsetzt, desto trockener wird der Honig

7. (Mai) – Schröpfen und & Ableger bilden

7.1 (01.05-31.05) – Allgemein

  • Für was benötigt man Ableger
    • Ersatz von Winterverlusten
    • Ausgleich von Spättrachtverlusten
    • Aufbau von neuen Völkern
    • Neubau von Waben und Wachsgewinnung
    • Völkerverstärkung
    • Königinnenzucht
    • Begattungseinheiten
    • Schwarmvorbeugung
    • Zusetzeinheiten für junge Königinnen
    • Varroabekämpfung
  • Königinnen sind im 3-Jahresrühytmus zu ersetzen
  • Ableger können ab Ende April / Anfang Mai gebildet werden. Bester Zeitpunkt zur Ablegerbildung 7-8 Tage vor Ende der Ersten Tracht (i.d.R. Mitte- / Ende Mai)
  • Brutableger aus 3-5 Brutwaben bilden + Ammenbienen
    • Bei starken Ablegern (= vielen Brutwaben) besteht höhere Varroa Gefahr
    • Bei schwachen Ablegern (wenige Brutwaben besteht eine erhöhte Aussräuberungsgefahr.
  • Starke Ableger können u. U. noch Sommerhonig bringen, aber nur wenn keine Varroabehandlung durchgeführt wurde.
  • Ableger nach Möglichkeit in Wochenabständen bilden um mögliche Schlechtwetterperioden abzufangen.
  • Ein überwinterungsfähiger starker Ableger sollte im Herbst mind. 7 Waben belegen

7.3 (01.05-31.05)-Zucht-Selektionskriterien

  • Volksstärke
  1. welche Völker kommen am besten durch den Winter
  2. starke Völker können sich besser gegen Eindringliche erwehren
  3. Vitalität, Putztrieb und Gesundheit der Bienen
  4. Welche Völker geben am meisten Honig
  5. Die ruhigsten Völker

Hinweis:

  • Hin und wieder Zukauf von Inselbelegstellen um Genvielfallt zu erhalten

7.3 (01.05-31.05) Entwicklungszyklen der Arbeiterinnen, Königin und Drohnen

  • Bei selbstnachziehenden Bienen ist nach 16 Tagen die Königin geschlüpft
  • Nach 21Tagen sind alle Arbeiterinnen geschlüpft
  • Beste Zeit für die 15%ig Milchsäurebehandlung ist zwischen dem 21 und 23 Tag nach Erstellung des Ablegers, da das Volk Brutfrei ist und noch keine neuen Eier gelegt sind. Dabei werden alle besetzten Waben mit Milchsäure eingesprüht. Es ist darauf zu achten, dass die Milchsäure so gesprüht wird, dass diese nicht in die Waben eindringt.

7.4 (01.05-15.07) – Arten der Königinnenvermehrung

  • Bienenvolk zieht selbst eine Königin
    • Dauer bis Volk stark genug für Einwinterung ca. 6 WO
    • Ableger sollte spätestens Mitte Juni gebildet werden
  • Weichselzelle einhängen
    • Dauer bis Volk stark genug für Einwinterung ca. 4 WO
    • Ableger sollte spätestens Ende Juni gebildet werden
  • Unbegattete Königin zusetzen
    • Dauer bis Volk stark genug für Einwinterung ca. 3 WO
    • Ableger sollte spätestens Anfang Juli gebildet werden
  • Begattete Königin zusetzen
    • Dauer bis Volk stark genug für Einwinterung ca. 3 Tage
    • Ableger sollte spätestens Mitte Juli gebildet werden
  •  Bei starken Völkern können zwischen 3-5 Brutwaben entnommen werden

7.5 (01.05 – 31.05) – Aufbau eines Ablegers

  • Wenn alte Futterwaben in den Ableger gegeben werden, diese mindestens 30 min im Wasser einweichen, bevor diese in die Ablegerzarge gegeben werden.
  • Wenn in einem Wirtschaftsvolk zu viele Pollenbretter sind, können diese entnommen werden und für den Ableger verwendet werden.
  • Da sich in einem Ableger zu Beginn keine Flugbienen befinden, muss auch eine Wasserwabe gegeben werden.
  • Wenn keine Futterwabe vorhanden ist, muss stattdessen zu gefüttert werden mit Zuckerwasser oder Futterteig.

7.6 (01.05 – 15.07) – Ableger bilden

Hinweise:

  • Eine Biene wiegt ca. 0,1g
  • Ein Bienen Schwarm (= Bienenmasse) wenn ein 5kg Eimer halb mit Bienen gefüllt ist
  • Für die Zeichnung einer Königin kann man auch gut den Holzkleber „Pönal Express – Wasserdicht“ verwenden. (Königinnen erst Zeichnen im Mai, wenn es neue Königinnen zu beschaffen gibt).
  • Wenn auf einem Brutbrett in der Mitte leere Zellen sind, haben die Jungbienen bereits mit dem Schlüpfen begonnen, da die Königin in der Mitte einer Wabe mit dem Eiablegen anfängt, schlüpfen die Bienen hier auch zuerst.
  • Nachschaffungszellen mitten auf einer Brutwabe, sind ein Zeichen dafür, dass es Probleme mit der aktuellen Königin gibt (i.d.R. gibt es 2-3 Nachschaffungszellen)
  • Schwarmzellen befinden sich an der Seite bzw. unten an der Wabe.
  • Literatur: Zuchttechnik und Zuchtauslese: www.lwg.bayern.de/bienen

7.6.1    Ableger Bilden mit der Entnahme von Brutwaben

  1. Aus dem Wirtschaftsvolk von den Brutwaben entnommen werden sollen, Königin separieren und anschließend Brutwaben (1-5) incl. Ammenbienen entnehmen.
  2. Nachdem die Brutwaben entnommen wurden, Königin wieder dem Wirtschaftsvolk zurückgeben.
  3. Ableger zusammenstellen (siehe Aufbau eines Ablegers)
    • Wenn fremde Königin zugesetzt werden soll, am besten Waben aus mehreren Wirtschaftsvölkern mischen.
    • Wenn eine neue Königin vom Volk selbst nachgezogen werden soll ist darauf zu achten, dass sich im Ableger mindestens eine Wabe mit Stiften befindet.
  4. Beste Zeit für die 15%ig Milchsäurebehandlung ist zwischen dem 21 und 23 Tag nach Erstellung des Ablegers, da das Volk Brutfrei ist und noch keine neuen Eier gelegt sind. Dabei werden alle besetzten Waben mit Milchsäure eingesprüht. Es ist darauf zu achten, dass die Milchsäure so gesprüht wird, dass diese nicht in die Waben eindringt.
  5. Nachdem Milchsäurebehandlung, den Ableger mind. 3 Wochen in Ruhe lassen.
  6. Königin zeichnen

7.6.2     (01.05 – 31.06) -Königinnen zeichnen

  • Nachdem die Königin im Ableger geschlüpft ist und mit dem Eierlegen begonnen hat, kann Sie gezeichnet werden
  • Benötigte Werkzeuge:
    • Abfangklipp zum fang der Königin
    • Königin-Zeichenrohr
    • Zeichenplättchen + Klebelack
      (alternativ kann auch wasserfester Holzleim verwendet werden
    • Stift zum Zeichenplättchen aufbringen
      (alternativ können auch Zahnstocher verwendet werden)
    • Zusatzkäfig für Weichsel
  • Wie wird eine Königin gezeichnet
    • Weichsel mit Zeichenrohr einfangen und sanft an dafür offene Stelle schieben
    • Kleber/Lack aufbringen mit Zeichenstift
    • Zeichenplättchen mit Zeichenstift anbringen
    • Weichsel wieder mehr Platz im Zeichenrohr geben und einige Minuten warten bis Kleber getrocknet ist
    • Weichsel zurück in die Beute geben.
  • Königinnen Jahreszeichenfarbe:

7.7 (15.05 – 01.06) Kontrolle Varroabefall I.

Zeitpunkt Milben pro Tag, mehr als… Maßnahmen
Ende Mai 3 Eine Langzeitbehandlung mit Ameisensäure sollte sofort nach der Frühjahrsente durchgeführt werden
Ende Juli 10 Zwei Langzeitbehandlungen mit Ameisensäure sind notwendig
September / Oktober 1 Nach der zweiten Ameisensäurebehandlung sollte der natürliche Milbenfall <= 1 sein. Wenn nicht ist eine erneutet Ameisensäurebehandlung durchzuführen.
Ganze Bienensaison 30 Die Schadenschwelle wird in Kürze überschritten. Eine Sofortige Behandlung ist notwendig
  • Vor der 1. Honigernte ca. 5 Tage lang den natürlichen Milbenfall beobachten.
  • Je nach Volksstärke und Bruttätigkeit liegt der Faktor bei dem 100 bis 300 fachen des täglichen Milbenfalls
  • Nachwirkzeit von Ameisensäure ist 12 Tage. Erst nach 12 Tagen kann man wieder von einem natürlichen Milbenfall sprechen

Gemülldiagnose:

Beobachtung Anmerkungen
Varroamilben Parasitierungsgrad Wirksamkeit einer Behandlung
Wachsschuppen Bienen bauen Waben Tracht ist vorhanden
Pollen Offene Brut ist vorhanden Königin ist sehr wahrscheinlich vorhanden
Dunkle Wachsdeckel Bienenbrut schlüpft
Helle Wachsschuppen Bienen zehren am Futtervorrat
Kotspritzer Darmerkrankung
Kondenswasser Bienen brüten
Verplizte Brutmaden Volk hat Kalkbrut
Wachsmottenkot Wachsmotte in der Beuter

8. (Juni) – 1. Honigernte & Honigverarbeitung

8.1    (01.06 – 15.06) – Honigernte – Allgemein

  • Honigernte in Bad Endorf 2 x
    • Obst, Löwenzahn und Wildgehölze (April – Ende Mai)
      –> Wird ca. in der 1. Juni Woche geerntet
    • Waldtracht Mitte Juni –> Abschleudern Ende Juli / Anfang August
  • Der Honig ist reif, wenn die Honigwaben zu mind. 1/3 verdeckelt sind,
    oder
    3 Tage keine Tracht herrscht,
    oder
    der Wassergehalt des Honigs mit einem Refraktometer gemessen wir und bei 20% (Honigverordnung) bzw. 18% (Deutscher Imker Bund) oder niedriger liegt (messen mit Refraktometer)
  • Nach der Ernte des Honigs verbleibt nur ein (neuer) Honigraum auf dem Volk.
    • Es muss sichergestellt sein, dass mind. 4kg Futter im Volk verbleiben
    • Bei Trachtlücken kann gut Futterteig gegeben werden. Dieser kommt in die untere Zarge hinten mit einer Futtertasche. Der Futterteig wird nur genommen, wenn Trachtlücke und wird nicht in den Honigraum umgetragen.
  • Bei der Honigernte wird Schwarmkontrolle durchgeführt bzw. der Drohnenrahmen geschnitten
  • Eine gefüllte Zander Honigwabe wiegt ca. 2-3 kg.
  • Honigentnahme am besten am Vormittag
  • Bei Gewitterstimmung sind die Bienenvölker immer aufgeregt

8.2 (01.06 – 15.06) – Honigernte – Arbeitsschritte

  1. Am Vortag der Honigernte (ca. 24h vorher)
    • Wachs vom Oberbau entfernen und
    • Absperrgitter durch Bienenflucht ersetzen
  2. Vor dem Ernten muss der Arbeitsplatz vorbereitet werden:
    • Leere neue Honigräume
    • Leerzargen mit Bodendeckel und Abdeckung oben
    • Ersatzmittelwände Mittelwänden und ausgebauten Waben
    • Neue Drohnenrahmen
  3. Honigraum Abheben und verbliebene Bienen abkehren, so dass Honigraum komplett Bienenfrei ist.
    ACHTUNG: Keinen Rauch im Honigraum verwenden, da Honig Gerüche annimmt.
  4. Geerntete Honigräume von oben und unter verschließen
  5. Brutraumkontrolle:
    • Schwarmstimmung kontrollieren
    • Drohnenrahmen schneiden
    • Unbebrütete volle Honigwaben können ebenfalls geerntet werden, soweit insgesamt mind. 4 kg Honig im Volk verbleiben.
    • Teilgefüllte unbebrütete Honigwaben in den neuen Honigraum umhängen
    • Leer Plätze werden mit neuen Mittelwänden bzw. ausgebauten Waben ersetzen
  6. Bienenflucht durch Absperrgitter ersetzen
  7. Neuen Honigraum aufsetzen.

8.3 (01.06 – 15.06) – Arbeitsplatz fürs Honigschleudern

  • Für das Honigschleudern wird ein eigener Raum benötigt, in dem die Bienen nicht reinfliegen können
  • Der geerntete Honig wird gleich am Tag der Ernte geschleudert
  • Arbeitsplatz:
    • Schleuderraum abdecken
    • Zargen mit gefüllten Honigwaben (Deckel darunter, damit der Boden von Honig sauber bleibt
    • Entdeckelungsgeschirr
    • Ablage für entdeckelte Honigwaben
    • Honigschleuder
    • Doppelsieb und Honigeimer in welchen der geschleuderte Honig fliest
    • Abfülleimer mit Honigeimer Halterung mit Feinsieb und Honigeimer
    • Leerzargen für geschleuderte Waben zum Aufbewahren

Zur Honiggewinnung Arbeitsschürze, Kopfbedeckung und Handschuhe anziehen

8.4 (01.0 – 15.06) – Wie wird richtig geschleudert

  • Die Zellen werden von den Bienen ganz leicht nach oben gebaut damit der Honig nicht herausläuft
  • Der Honig wird beim Schleudern von innen nach außen geschleudert
  • Wabenboden so einlegen, dass der Wabenboden in Schleuderrichtung zeigt.
    (auch nach dem Wenden darauf achten, das Wabenboden in Schleuderrichtung zeigt)
  • Schleuder so befüllen, dass das Gewicht gleichmäßig verteilt ist
  • Um Wabenbruch zu vermeiden folgende Schritte befolgen:
    • 1. Schritt: leicht anschleudern
    • 2. Schritt: Waben um 180 Grad wenden – kurz anschleudern – dann ausschleudern

3. Schritt: Waben wieder um 180 Grad wenden – Erste Seite komplett ausschleudern

Hinweis:

  • Honigschleuder kann gut mit Wasser gereinigt werden.
  • Honigsieb mit kaltem Wasser vom Wachs befreien und anschließend mit heißem Wasser den Honig entfernen.

8.5    (01.06 – 30.06) – Honigbearbeitung nach dem Abschleudern

  • Nach den Honigschleudern bleibt der Honig 3-5 Tage stehen bis er anfängt zu kristallisieren.

Tipp: bei der Honigernte 1 Glas abfüllen. Sobald der Honig im Glas anfängt zu kristallisieren ist der Honig reif zum Rühren.

  • Anschließend wird der Honig mit dem einem Teigschaber „abgeschäumt“
    (aus dem „Schaumhonig“ kann man sehr gut Honigwein herstellen bzw. diesen selber essen.)
  • Wenn der Honig anfängt zu kristallisieren, mit dem Honigrühren anfangen
    • Mit dem Rühren muss begonnen werden bevor der Honig hart wird
    • Zum Rühren benötigt man aus hygienischen Gründen einen eignen Rührer (mind. 750W)
    • Beim Rühren ist darauf zu achten, dass möglichst wenig Luft eingerührt wird und auch nicht zu schnell gerührt wird.
    • 1-2 Min. rühren ist ausreichend pro Rühren
    • Der Honig soll am Tag 1- bis 2-mal gerührt werden
    • Der Honig ist so lange zu rühren bis er eine perlmuttartige Konsistenz annimmt.
  • Verschiedene Honigarten kristallisieren unterschiedlich schnell
    • Rapshonig benötigt ca. 1 Woche zum kristallisieren
    • Waldhonig benötigt ca. 3 – 8 Monate zum kristallisieren
    • Akazienhonig kristallisiert noch später
    •  
  • Honig ist trocken zu lagern
  • Vergorener Honig:
    • darf nicht an Bienen verfüttert werden.
    • Honigeimer von vergorenem Honig ist zu entsorgen, da nie alle Hefebakterien entfernt werden können.
    • vergorenen Honig kann man zum Backen verwenden, Bonbons daraus machen oder an Tiere zu verfüttern.
  • Nach dem letzten Rühren, kann der Honig gleich abgefüllt werden.
    (alternativ dazu kann das auch zu einem späteren Zeitpunkt geschehen, dann muss der Honig aber wieder erwärmt (nicht über 40 C – besser 38 C) werden, damit er sich wieder verflüssigt.
  • Honig impfen: Um den Kristallisationsprozess beschleunigen zu kann der Honig „geimpft“ werden. Dazu gibt man in einem 50 Liter Honigeimer 1 Honigglas cremig gerührten Honig hinzu und rührt den Honig wie gewohnt ca. 3 Minuten lang mind. 1 x täglich.
    Der Kristallisationsprozess setzt damit umgehend ein und der Honig kristallisiert sich innerhalb weniger Tage und kann somit cremig gerührt werden.
    (u. U. langt nach dem Impfen auch das Einrühren von ca. 20 min, danach kann der Honig gleich abgefüllt werden).
  • Damit ein Honig als Sortenhonig vertrieben werden kann, muss mind. 50% des Honigs aus der entsprechenden Tracht stammen. Am besten ist hier den Honig von einem Institut prüfen zu lassen. (siehe 10.1 Honigkunde)

8.6 (15.05 – 01.06) Kontrolle Varroabefall II.

Zeitpunkt Milben pro Tag, mehr als… Maßnahmen
Ende Mai 3 Eine Langzeitbehandlung mit Ameisensäure sollte sofort nach der Frühjahrsente durchgeführt werden
Ende Juli 10 Zwei Langzeitbehandlungen mit Ameisensäure sind notwendig
September / Oktober 1 Nach der zweiten Ameisensäurebehandlung sollte der natürliche Milbenfall <= 1 sein. Wenn nicht ist eine erneutet Ameisensäurebehandlung durchzuführen.
Ganze Bienensaison 30 Die Schadenschwelle wird in Kürze überschritten. Eine Sofortige Behandlung ist notwendig
  • Vor dem Abschleudern ca. 5 Tage lang den natürlichen Milbenfall beobachten.
  • Schätzformel für vorhandene Milben im Volk:
    Je nach Volksstärke und Bruttätigkeit liegt der Faktor bei dem 100 bis 300 fachen des täglichen Milbenfalls
  • Nachwirkzeit von Ameisensäure ist 12 Tage. Erst nach 12 Tagen kann man wieder von einem natürlichen Milbenfall sprechen

Gemülldiagnose:

Beobachtung Anmerkungen
Varroamilben Parasitierungsgrad Wirksamkeit einer Behandlung
Wachsschuppen Bienen bauen Waben Tracht ist vorhanden
Pollen Offene Brut ist vorhanden Königin ist sehr wahrscheinlich vorhanden
Dunkle Wachsdeckel Bienenbrut schlüpft
Helle Wachsschuppen Bienen zehren am Futtervorrat
Kotspritzer Darmerkrankung
Kondenswasser Bienen brüten
Verplizte Brutmaden Volk hat Kalkbrut
Wachsmottenkot Wachsmotte in der Beuter

9.      Juli bis September – Spätsommerarbeiten

9.1 (15.07 – 15.10) Übersicht Spätsommerarbeiten

  • Der letzte Honig des Jahres, wird geerntet – Spätestens Anfang August
  • Da im Sommer die Bienen ihren Nahrungsvorrat verteidigen, ist hier schnell zu arbeiten und es dürfen keine Honigwaben offen rumstehen.

  • Arbeiten 1 – 4 werden in einem Arbeitsgang vorgenommen:
    • Letzten Honig ernten und Abschleudern
    • Einengen i. d. R. auf zwei Zargen und für die Varroabehandlung
      • den Beuteboden schließen und
      • das Flugloch einengen.
    • Schwache Völker – bzw. neue Ableger mit Wirtschaftsvolk vereinigen.
    • Auffütterung 1. Teil (nach 3-4 Tagen erledigt)
    • Sobald der 1. Teil der Auffütterung beendet ist direkt mit dem 1. Teil der Varroabekämpfung beginnen
    • Auffütterung 2. Teil (ca. Ende August – nach 3 -4 Tagen erledigt)
    • Varroabekämpfung 2. Teil (Mitte September)
    • Einwinterungsvorbereitung
    • Futterkranzprobe wegen Faulbrut (alle 3 Jahre)

  • Es soll zu keiner Bruteinstellung wegen der Honigernte kommen und die Sommerbienen sollen das Auffüttern des Wintervorrates übernehmen, damit die Winterbienen für den Winter gestärkt sind. Aus diesem Grund wird auch frühzeitig abgeschleudert und mit der Varroabehandlung begonnen.

9.2 (15.07- 07.08) – 1. Abschleudern und Einengen

  • Hinweise zur Räubereiverhinderung:
    • Beim Abschleudern muss schnell gearbeitet werden damit Räuberei vermieden wird. Wenn Räuberei schon im Gange ist, hilft nur Flugloch zu und Volk an einen anderen Standort außerhalt des Flugbereiches bringen.
    • Am Bienenstand wird grundsätzlich wie folgt vorgegangen:
      • Bei allen Völkern am Stand wird der Honig geerntet
      • Dann werden alle Völker am Stand eingeengt bzw. vereinigt
      • Dann werden alle Völker aufgefüttert
  1. Am Vortag Bienenflucht aufsetzen und Absperrgitter entfernen – Flugloch einengen um Räuberei zu vermeiden
  2. Stand vorbereiten:
    1. Neue Zarge mit Mittelwänden für Ersatz alte Brutzarge
    1. Leerzarge für Honig (mit Deckel für Boden und Beute)
    1. Boden und Deckel für geerntete Honigzargen
    1. Zuckerwasser und Futterzarge/ Eimer
  1. Honigraum ernten und Bienenfrei machen – Bienenflucht entfernen
  2. Beute verschließen und geernteten Honig schleudern
  3. Unterste Brutzarge komplett entfernen
    1. Rähmchen mit Brut werden in den verbleibenden Brutraum an den Rand gehängt
    1. Volle bebrütete Futterwaben werden ebenfalls in den verbleibenden Brutraum an den Rand gehängt.
  1. Der verbleibende Brutrahmen wird nun die unterste Zarge.
  2. Die ausgeschleuderten Honigwaben in einer Zarge auf die die nun unterste Zarge aufsetzen
  3. Absperrfolie einlegen uns ca. 5-10 cm Schlitz offenlassen, damit die Bienen zur noch aufzusetzenden Futterzarge gelangen können
  4. Leerzarge aufsetzen (= Futterzarge), Zuckerwasser einhängen und Beute mit Deckel und Haube schließen

Hinweis: wenn gewollt kann die Bausperre aus dem Gitterboden entfernt werden, damit die Bienen bei der Auffütterung ein Wildbau nach unten anlegen können. Dieser wird im Frühjahr entfernt, sobald die Königin zum Eierlegen anfängt.
Dies gilt auch gleich als Varroabekämpfung, es sich hierbei um die erste Drohnenbrut des Jahres handelt und sich hier am meisten Milben aufhalten dürften.

9.3    (15.07 – 07.08) – 2. Schwache Völker – bzw. neue Ableger mit Wirtschaftsvolk vereinigen (optional)

9.3.1 Allgemein

  • Grundsätzlich werden nur starke Völker eingewintert – Wirtschaftsvölker sollten
    8 Rähmchen besetzt sein.
  • Das Vereinigen der Völker bzw. die Umweichslung kann grundsätzlich auch nach den Spätsommerarbeiten erfolgen.
    Bester Zeitpunkt ist Ende Aug./Anfang Sep. damit eine neue Königin akzeptiert wird (die Bienen haben keine Zeit eine neue Weichsel selbst zu ziehen)
  • I.d.R. werden Königinnen nach 2 Wirtschaftsjahren umgeweichselt.

9.3.2        Vereinigen von Wirtschaftsvolk und Ableger

  • Der Ableger sollte zuvor mindestens 3 Wochen an einem anderen Standort verbracht worden sein und wird nun auf den Stand mit dem Wirtschaftsvolt zurückgeholt.
  • Es muss klar sein welche Königin behalten werden soll. Das Volk bei dem die Königin erhalten bleibt wird oben aufgesetzt. Aus dem anderen Volk wird die Königin entfernt.
  • Vorgehen beim Vereinigen von Völkern:
    • Honigraum vom Wirtschaftsvolk ernten und Bienenfrei machen
      • schnell arbeiten
      • keinen Rauch verwenden, da Honig Geruch annimmt
      • Geernteten Honig vor Bienen verschließen.
    • Bienenflucht entfernen
    • Unterste Brutzarge komplett entfernen
      • Rähmchen mit Brut werden in den verbleibenden Brutraum an den Rand gehängt
      • Volle Futterwaben werden ebenfalls in den verbleibenden Brutraum an den Rand gehängt.
      • Volle- unbebrütete Honigwaben können ebenfalls entnommen werden
    • Königin wird aus dem Wirtschaftsvolt entfernt
    • Der verbleibende Brutrahmen wird nach unten gedrückt.
    • Flugloch wird eingeengt
    • Beute wird für mind. 2 h verschlossen
    • Nach mind. 2 h Wartezeit wird der Beutendeckel entfernt und stattdessen ein Zeitungspapier aufgelegt.
    • Das Zeitungspapier wird mit einem Wassersprüher benetzt und kleine Löcher in das Zeitungspapier gestochen.
    • Die Zarge des Ablegers wird auf das feuchte Zeitungspapier aufgestellt
    • Über die Ablegerzarge wird die Futterzarge gesetzt
    • Zuckerwasser in die Futterzarge geben
    • Beutendeckel aufsetzen

9.3.3    „Teilen und Behandeln“ (= T&B) (Liebig, 2011)

9.3.3.1 T&B – Teil 1: Teilen der Völker [03.08. (x=Start Tag]
  1. Ausgangssituation (siehe Abbildung)
  2. Honigraum abheben
  3. Kippkontrolle zwischen oberer und unterem Brutraum
  4. Obere Brutraumzarge zur Seite stellen
  5. Untere Brutraumzarge vom Boden abheben und zur Seite stellen. Nur der Boden bleibt noch übrig.
  6. Honigraum auf den Boden aufsetzen.
    Der vormalige Honigraum wird zum „Flugling“
  7. Eine leere Mittelwand Wabe aus dem Honigraum entnehmen

8. Eine volle Futterwabe mit Bienen aus der oberen Brutzarge entnehmen und in den Honigraum einsetzen

9. Königin suchen und in den vorbereiteten Käfig unter Futterverschluß incl. Begleitbienen in den Honigraum geben. Es dauert ca. 1 Tag bis die Königin aus dem Käfig befreit ist.
(wahrscheinlich befindet sich die Königin auf einer Brutwabe in der oberen Brutzarge)

10. Flugling (= ehemaliger Honigraum) verschließen mit Deckel und Blechhaube

11. Neuen Boden auf den Flugling aufsetzen

12. Auf den neuen Boden kommt der alte Brutraum

13. Auf den alten Brutraum kommt der neue Brutrau

14. Die neue Beute wird ebenfalls verschlossen

Hinweis:

Es muss genug Futter für den Flugling und Brutling bleiben

9.3.2.2   T&B – Teil 2: Varroabehandlung des Fluglings – [05.08= (Teil 1 + 2 Tage= 2 Tage)]
  1. Obere Beute (= Brutling) mit Abspanngurt festzurren und zur Seite stellen.
  2. Untere Beute (= Flugling) öffnen
  3. Die einzelnen Waben mit 15%iger Milchsäure behandeln
    1. Zarge vom Boden ankippen und Bienentraube besprühen
    1. Einzelne Waben ziehen und Bienen besprühen (so sprühen, dass die Milchsäure nicht in die Zellen der Wabe eindringt).
  4. Flugling wieder abdecken.
  5. Brutling wieder auf den Flugling stellen.
9.3.3.3   T&B – Teil 3: Einengen des Brutlings (obere Beute) – [24.08= (Teil 2 + 19 Tage= 21 Tage)]
  1. Den Brutling öffnen
  2. Die obere Zarge zur Seite stellen
  3. Die untere Zarge wird ebenfalls zur Seite gestellt
  4. Die obere Zarge wird auf den Boden gesetzt.
    (diese enthält die jüngeren Waben i.d.R. mit dem größeren Futtervorrat)
  5. Leerzarge aufsetzen und Bienen aus der unteren Zarge kehren
  • Brut und Futterwaben können in die verbleibende Zarge gegeben werden.
    • Die restlichen Waben werden eingeschmolzen
  • Brutling wird wieder geschlossen
9.3.3.4   T&B – Teil 4: Varroabehandlung Brutlings (obere Beute) – [26.08= (Teil 3 + 2 Tage= 23 Tage)]
  1. Den Brutling (obere Beute) öffnen
  2. Die einzelnen Waben mit 15%iger Milchsäure behandeln
  3. Zarge vom Boden ankippen und Bienentraube besprühen
  4. Einzelne Waben ziehen und besprühen (so sprühen, dass die Milchsäure nicht in die Zellen der Wabe eindringt).
  5. Den Brutling wieder schließen

Hinweis:                              
21 Tage nach der Erstellung des Brutlings sind alle Larven geschlüpft und zugleich hat die Königin noch nicht mit dem Stiften begonnen. Dies ist die beste Zeit für eine Varroabehandlung mit Milchsäure.

9.3.3.5   T&B – Teil 5: Auffütterung Flug- und Brutling – [03.09= (Teil4 + 8 Tage= 31 Tage)]
  • Mit der Auffütterung wird erst begonnen, wenn beide Völker in Brut sind.
  • Ebenfalls ist die Weiselrichtigkeit des Brutlings (oberes Volk) zu kontrollieren.
  1. Brutling (= obere Beute) wegstellen
  2. Flugling (= untere Beute) öffnen
  3. 2 leere Randwaben ziehen
  4. An freiwerdenden Platz Futtertasche einhängen
  5. Bio-Zuckerwasser in die Futtertasche einhängen
  6. Flugling schließen
  7. Brutling aufsetzen
  8. Brutling öffnen
  9. Futtertasche in die Leerzarge geben und Plastikfolie leicht zurückziehen, damit die Bienen in die obere Beute kommen können. Es werden keine Waben aus dem Brutling genommen.
  10. Bio-Zuckerwasser in die Futtertasche geben

11. Brutling wieder verschließen

9.3.3.6   T&B – Teil 6: Nachfütterung Brut- und Flugling – [09.09= (Teil 5 + 6 Tage= 37 Tage)
  • Biozuckerwasser wird sowohl im Brut-, als auch im Flugling nachgefüllt
9.3.3.7   T&B – Teil 7: Entfernen der Futtertaschen und der Leerzarge – [20.09= (Teil 6 + 11 Tage= 48 Tage)]
  1. Brutling (= obere Beute) wegstellen
  2. Flugling (= untere Beute) öffnen
  3. Futtertasche entnehmen
  4. 2 Leerwaben geben
  5. Flugling schließen
  6. Brutling aufstellen
  7. Leerzarge entfernen
  8. Futtertasche entnehmen
  9. 2 Leerwaben geben
  10. Brutling verschließen

Hinweis:

  • i.d.R. ist der Flugling (untere Beute) deutlich schwächer als der Brutling (obere Beute)
  • Varroakontrolle nicht vergessen u. U. muss mit Ameisensäure noch nachbehandelt werden.
9.3.3.8   T&B – Teil 8: Vereinigung Brut- mit Flugling – [30.09.= (Teil 7 + 10 Tage= 58 Tage)]
  1. Brutling (= obere Beute) wegstellen
  2. Flugling (= untere Beute) öffnen
  3. Eine Randwabe ziehen und zur Seite stellen
  4. Königin suchen und entfernen
  5. Randwabe wiedereinsetzen
  6. Zeitungpapier auf die Zarge legen
  7. Zeitungspapier mit Wasser einsprühen und kleine Löcher hineinschneiden
  8. Bienenüberhang mit Rauch in die Brutlingzarge treiben
  9. Unterbau vom Brutling entfernen
  10. Brutling auf den Flugling stellen
  11. Beute verschließen

9.4         (08.08 – 15.08) – 3.Erste Auffütterung – direkt nach dem Abschleudern

Text Datum 1-Zargen Völker 2-Zargen Völker
1. Auffütterung (direkt nach Abschleudern) Ende Juli / Anfang August 7,5 kg Biozucker (Trockengewicht) 11 kg Biozucker (Trockengewicht)
2. Auffütterung nach 1. Varroabehandlung August / September 7,5 kg Biozucker (Trockengewicht) 11 kg Biozucker (Trockengewicht)
Summe Einfütterung pro Volk Juli bis September 15 kg Biozucker (Trockengewicht) 22 kg Biozucker (Trockengewicht)
  • Bei obiger Tabelle handelt es sich um Erfahrungswerte und nicht um Fix Werte. Weitere Faktoren die zu beachten sind:
    • Aktuelle Spättrachten z. B. Springkraut und kanadische Goldrute.
      Diese Erträge können als Winterfutter im Volk bleiben.
    • Spät eingetragener Waldhonig ist aus dem Volk zu entnehmen und durch Zuckerwasser zu ersetzen. (Gefahr: Erkrankung des Volkes an der Ruhr)
  • Weiterhin zu beachten ist, dass dem Volk genug Platz für die Brut zur Verfügung hat (mind. 3 Waben)
    • Bei Zander 1-Zargen-Volk bedeutet dies
      • 3 Waben für Brut
      • 7 Waben für Futter
        (7* 2,5 kg Futter pro Wabe= max. 17,5 kg Platz für Futter)
    • Bei Zander 2-Zargen-Volk bedeutet dies
      • 3 Waben für Brut
      • 17 Waben für Futter
        (17* 2,5 kg Futter pro Wabe= max. 42,5 kg Platz für Futter)
  • Auffütterung entweder mit Futterzarge oder mit Leerzarge mit Innenbehälter
    • Bei Innenbehälter müssen Schwimmhilfen gegeben werden, damit die Bienen nicht ertrinken (z. B. Blätter / Zweige / Korken / etc.)
    • Unter Umständen auch eine Spur zum Futter legen.
    • Mischverhältnis Zucker 3 : Wasser 2    (1:1 auch möglich)
  • Damit die Bienen das Futter erreichen, muss die Abdeckfolie leicht zurückgezogen werden.
  • Vor dem Auffüttern ist das Flugloch zu verengen um Räuberei zu verhindern.
  • Futter ist nach ca. 3 Tagen fertig abgenommen
    + 4 Tage zur fertigen Bearbeitung durch die Bienen.
  • Eine Auffütterung in Kälteperiode sollte vermieden werden
  • Hinweis: sollte das Futter nicht oben nicht angenommen werden, kann der auch unten gegeben werden. Dies ist aber nur eine Notlösung, dass dies die Räuberei fördern kann

9.5         (16.08 – 26.08) – 4. Varroabekämpfung mit Ameisensäure Teil 1 (direkt nach 1. Auffütterung)

  • Grundsatz: frühzeitiges Abschleudern (spätestens Anfang August), Auffüttern und Varroabehandlung
  • Plastikfolie wieder vollständig schließen (kein Schlitz zur Futterzarge – um die Konzentration in den beiden Zargen zu erhöhen.
Nassenheider Verdunster
Volkgröße Docht Verdunstung  pro Tag (ml) ∑ Ameisen- säure ml) Behandlungs-dauer
Ableger klein 10 ml 40 ml 1 Woche
1-Zargen Volk mittel 20 ml 80 ml 1 Woche
2-Zargen Volk groß 40 ml 160 ml 1 Woche
  • Wabe mit Nassenheider Verdunster an den hintersten Platz letzter Wabe einsetzen. Docht nach hinten einsetzen.
  • Verwendung von 60 %iger Ameisensäure
  •  Außentemperatur mind. 20 C mit Ameisensäure mit Nassenheider-Verdunster, Anwendung auch bis 10 C möglich.
  • Verwendung von Nassenheider-Verdunster
    • 160 ml bei 2-Zargen-Volk – Behälter fast voll
    • Es wird keine Leer-Zarge benötigt
    • Zum Abfüllen wird eine Laborflasche mit Abfüller benötigt
      (+ Trichter zum Abfüllen der Ameisensäure in die Laborflasche)
    • Schutzhandschuhen und Schutzbrille
  • Dauer der Behandlung ca. 1 Woche – 10 Tage
  • Erfolgskontrolle der Ameisenkontrolle nach Behandlung (wie viele Varroa-Milben sind abgefallen?)

9.6 (26.08 – 03.09) – 5. Zweite Auffütterung 1 (direkt nach 1. Varroabekämpfung)

Text Datum 1-Zargen Völker 2-Zargen Völker
1. Auffütterung (direkt nach Abschleudern) Ende Juli / Anfang August 7,5 kg Biozucker (Trockengewicht) 11 kg Biozucker (Trockengewicht)
2. Auffütterung nach 1. Varroabehandlung August / September 7,5 kg Biozucker (Trockengewicht) 11 kg Biozucker (Trockengewicht)
Summe Einfütterung pro Volk Juli bis September 15 kg Biozucker (Trockengewicht) 22 kg Biozucker (Trockengewicht)
  • Möglichst frühzeitig (am besten gleich nach 1. Varroabehandlung beginnen) damit noch die Sommerbienen die Zuckereinlagerung übernehmen.
  • Bei Tabelle „Auffütterung“ handelt es sich um Erfahrungswerte und nicht um Fix Werte. Weitere Faktoren die zu beachten sind:
    • Aktuelle Spättrachten z. B. Springkraut und kanadische Goldrute.
      Diese Erträge können als Winterfutter im Volk bleiben.
    • Spät eingetragener Waldhonig ist aus dem Volk zu entnehmen und durch Zuckerwasser zu ersetzen. (Gefahr: Erkrankung des Volkes an der Ruhr)
  • Weiterhin zu beachten ist, dass dem Volk genug Platz für die Brut zur Verfügung hat (mind. 3 Waben)
    • Bei Zander 1-Zargen-Volk bedeutet dies
      • 3 Waben für Brut
      • 7 Waben für Futter
        (7* 2,5 kg Futter pro Wabe= max. 17,5 kg Platz für Futter)
    • Bei Zander 2-Zargen-Volk bedeutet dies
      • 3 Waben für Brut
      • 17 Waben für Futter
        (17* 2,5 kg Futter pro Wabe= max. 42,5 kg Platz für Futter)
  • Auffütterung entweder mit Futterzarge oder mit Leerzarge mit Innenbehälter
    • Bei Innenbehälter müssen Schwimmhilfen gegeben werden, damit die Bienen nicht ertrinken (z. B. Blätter / Zweige / Korken / etc.)
    • Unter Umständen auch eine Spur zum Futter legen.
    • Mischverhältnis Zucker 3 : Wasser 2   (1:1 auch möglich)
  • Damit die Bienen das Futter erreichen, muss die Abdeckfolie leicht zurückgezogen werden.
  • Futter ist nach ca. 3 Tagen fertig abgenommen
    + 4 Tage zur fertigen Bearbeitung durch die Bienen.
  • Eine Auffütterung in Kälteperiode sollte vermieden werden

Hinweis: sollte das Futter nicht oben nicht angenommen werden, kann der auch unten gegeben werden. Dies ist aber nur eine Notlösung, dass dies die Räuberei fördern kann.

9.7 (15.09 – 30.09) – 6. Varroabekämpfung mit Ameisensäure Teil 2 (nach 2. Fütterung ca. Mitte Sep.)

  • Futterzarge entfernen und Abdeckfolie wieder vollständig schließen
Nassenheider Verdunster
Volkgröße Docht Verdunstung  pro Tag (ml) ∑ Ameisen- säure ml) Behandlungs-dauer
Ableger klein 10 ml 40 ml 1 Woche
1-Zargen Volk mittel 20 ml 80 ml 1 Woche
2-Zargen Volk groß 40 ml 160 ml 1 Woche
  • Verdunster kann seit der 1. Behandlung in der Zarge bleiben (muss es aber nicht)
  • Wabe mit Nassenheider-Verdunster an den hintersten Platz letzter Wabe einsetzen. Docht nach hinten einsetzen.
  • Verwendung von 60 %iger Ameisensäure
  •  Außentemperatur mind. 20 C mit Ameisensäure mit Nassenheider-Verdunster, Anwendung auch bis 10 C möglich.
  • Verwendung von Nassenheider-Verdunster
    • 160 ml bei 2-Zargen-Volk – Behälter fast voll
    • Es wird keine Leer-Zarge benötigt
    • Zum Abfüllen wird eine Laborflasche mit Abfüller benötigt
      (+ Trichter zum Abfüllen der Ameisensäure in die Laborflasche)
    • Schutzhandschuhen und Schutzbrille
  • Dauer der Behandlung ca. 1 Woche – 10 Tage
  • Erfolgskontrolle der Ameisenkontrolle nach Behandlung (wie viele Varroa-Milben sind abgefallen?)

9.8 (25.09 – 30.10) – 7. Kontrolle Varroabefall III.

Zeitpunkt Milben pro Tag, mehr als… Maßnahmen
Ende Mai 3 Eine Langzeitbehandlung mit Ameisensäure sollte sofort nach der Frühjahrsente durchgeführt werden
Ende Juli 10 Zwei Langzeitbehandlungen mit Ameisensäure sind notwendig
September / Oktober 1 Nach der zweiten Ameisensäurebehandlung sollte der natürliche Milbenfall <= 1 sein. Wenn nicht ist eine erneutet Ameisensäurebehandlung durchzuführen.
Ganze Bienensaison 30 Die Schadenschwelle wird in Kürze überschritten. Eine Sofortige Behandlung ist notwendig
  • Den Milbenfall bis in den Oktober hinein überwachen. Wenn der Milbenfall >= 1 Milbe pro Tag wird eine erneute Ameisensäurebehandlung durchzuführt.
  • Schätzformel für vorhandene Milben im Volk:
    Je nach Volksstärke und Bruttätigkeit liegt der Faktor bei dem 100 bis 300 fachen des täglichen Milbenfalls
  • Nachwirkzeit von Ameisensäure ist 12 Tage. Erst nach 12 Tagen kann man wieder von einem natürlichen Milbenfall sprechen

Gemülldiagnose:

Beobachtung Anmerkungen
Varroamilben Parasitierungsgrad Wirksamkeit einer Behandlung
Wachsschuppen Bienen bauen Waben Tracht ist vorhanden
Pollen Offene Brut ist vorhanden Königin ist sehr wahrscheinlich vorhanden
Dunkle Wachsdeckel Bienenbrut schlüpft
Helle Wachsschuppen Bienen zehren am Futtervorrat
Kotspritzer Darmerkrankung
Kondenswasser Bienen brüten
Verplizte Brutmaden Volk hat Kalkbrut
Wachsmottenkot Wachsmotte in der Beuter

9.9 (25.09 – 10.10) – 8. Einwinterungsvorbereitungen

  • Nassenheider-Verdunster entfernen und durch Mittelwabe ersetzen.
  • Boden öffnen
  • Flug- bzw. Mäusekeil einfügen (Gitterbreite 8 mm)
    (Flugloch bleibt über Winter komplett geöffnet)

9.10 25.09 – 10.10) – Futterkranzprobe wegen Faulbrut – (zusammen mit den Einwinterungsvorbereitungen  – alle 2 Jahr)

  • Benötigt werden:
    • Urinbecher
    • Plastiklöffel
  • Eine Futterkranzprobe aus einer Wabe der oberen Zarge die noch Brut hat entnehmen
    (Die Wabe soll sowohl Brut als auch einen Futterkranz enthalten)
    • Bienen abschütteln
    • Ca. 1 Esslöffel mit Futterkranz aus der Wabe entnehmen
    • Der Löffel wird sofort entsorgt und für keine weitere Probe mehr verwendet!!!
    • Probe verschließen und zur bakteriologischen, virologischen, parasitolgischen und spurenanalytischen Untersuchung an den Tiergesundheitsdienst Bayern e.V. senden (100% staatlich gefördert):

      Tiergesundheitsdienst Bayern e.V.
      Bienengesundheitsdienst
      Senator- Gerauer- Str. 23

      85586 Poing
      http://www.tgd-bayern.de/index.php/tiergattungen/bienen

10. (November – Dezember) – Winterarbeiten

10.1 (15.11 – 31.12) – Varroabehandlung mit Oxalsäure (Oxalsäuredihydrat-Lösung 3,5 % (mN) ad us. vet.)

  • Oxalsäure muss Lebensmittelecht sein (= Apothekenpflichtig) und muss im Arzneimittelbuch verwaltet werden.
  • Wird u.U. vom Staat gefördert (Sammelbestellung über Bienenverein)
  • Bienenvolk muss Brutfrei sein, dafür gelten folgende Regeln:
    • Nach der Wintersonnwende fangen die Bienen wieder zu brüten an, deshalb ist die Behandlung bis spätestens Ende Dez. durchzuführen
    • Es sollte eine längere Frostperiode der Behandlung mit Oxalsäure vorausgehen, damit die Bienen aus der Brut sind.
    • Die ideale Temperatur für die Oxalsäurebehandlung ist zwischen -5 und + 5 C (kann aber auch kälter sein).
    • Wenn Volk brütet werden diese Waben entnommen und eingeschmolzen bzw. die Brutzellen geöffnet.
      (Wenn Stockwärme > 25C dann ist noch Brut vorhanden)
  • Die Oxalsäure wird auf die Bienen und in die Wabengassen gegeben
    (am besten jede Wabengasse mit Bienen 2-3 mal mit der Oxalsäure benetzen)
    • 3,5 %ige Oxalsäure lauwarm zu den Bienen geben.
      • 2-Zargen-Völker erhalten 50 ml
      • 1-Zargen-Völker erhalten 40 ml
      • Schwache Völker erhalten 30 ml
    • Aus 99,6 %iger Oxalsäure 1 Liter 3,5%ige Oxalsäure mischen (nur vom Apotheker erlaubt):
      • 1. 630 ml destilliertes Wasser
      • 2. in das Wasser exakt 35 g Oxalsäure 100% (mit Feinwaage exakt abgemessen) geben
      • 3. 630 Gramm Zucker zugeben und umrühren
    • Benötigt werden Säurehandschuhe und eine 60 ml Spritze

11.Weitere Imker Themen

11.1 Honigkunde

11.1.1 Allgemeine Honigkunde

Wassergehalt in g/100g Honig Kristallisationsneigung
< 14 % Geringe Kristallisationsneigung,
hohe Viskosität (= Fließverhalten)
14 % – 18 % Starke Kristallisationsneigung
18 % – 20 % Abnehmende Tendenz zur Kristallisationsneigung
>20 % Geringe Kristallisationsneigung,
abnehmende Übersättigung
  • Wassergehalt im Honig gem. Honigverordnung höchstens 20 %
  • Deutscher Imker Bund (DIB) höchstens 18% Wassergehalt
  • Qualitätskriterien beim Honig
    (Mit Ausnahme des Wassergehaltes und der elektrischen Leitfähigkeit können alle Kriterien nur im Labor bestimmt werden.)

Qualitätskriterien Beschreibung
Zuckergehalt … ist eine Weiser für den Reifegrad des Honigs und zeigt Honigverfälschungen an. (Hoher Einfachzuckergehalt) (Niedriger Zweifachzuckergehalt)
Wassergehalt … ist eine Weiser für den Reifegrad des Honigs und ist für die Haltbarkeit bedeutend (Gärungsgefahr!). (Niedriger Wassergehalt)
Gehalt an wasserunlöslichen Stoffen … weist auf die Reinigung des Honigs hin.
(Niedriger Aschegehalt ist gut)
Elektrische Leitfähigkeit …  ist ein Weiser für den Mineraliengehalt. Dieser schwankt sortenabhängig (Sortentypische Leitfähigkeit)
Gehalt an freien Säuren … kann eine beginnende Gärung nachweisen und ist sortenspezifisch. (Sortenspezifisch niedriger Säuregehalt)
Fermentgehalt … zeigt den Reifegrad des Honigs an. Mit ihm lassen sich auch nachträgliche Schädigungen zum Beispiel durch Hitzeeinwirkungen oder sehr lange Lagerung nachweisen. (Hoher Fermentgehalt)
Hydroxymethylfurfural (HMF) – Gehalt … ist ein Hilfswert zum Nachweis von Fermentabbau durch Lagerung oder Wärmeeinwirkung. (niedriger HMF-Gehalt)

11.1.2 Honigarten – Blütenhonige

11.1.3 Honigarten – Nektar & Honigtau

11.1.4 Honigarten – Melizitose- bzw. Zementhonig – was tun?

  • besondere Art des Waldhonigs vor allem von Lärchen und Fichten.
  • Melezitose ist ein Dreifachzucker
  • hohe Tageszunahmen (durchschnittlich 5-6 kg, Spitzenwerte von 8 kg und mehr)

  • Probleme:
    • kristallisiert innerhalb weniger Tage bereits in den Waben aus und lässt sich deshalb nicht schleudern
    • Wenn Melezitosewaben noch flüssig (Honig meistens nicht ausgereift!) geschleudert werden, ist der Wassergehalt zu hoch, es muss mit Gärung gerechnet werden!
    • Honig lässt sich ohne weitere Bearbeitung meist nicht mehr schleudern!
    • Melezitose ist als Winterfutter ungeeignet und darf deshalb nicht in den Völkern bleiben!

  • Methode 1: Melezitosewaben entnehmen und anschließend umtragen lassen
    • Mittelwände ausbauen lassen und diese ungefüllt nach 1-2 Tagen als Reservewaben entnehmen
    • Sofort nach Trachtende Melezitosewaben entdeckeln
    • Melezitosewaben 5-20 min in warmem Wasser einweichen
    • Über Absperrgitter zuvor entnommene ausgebaute Mittelwände einhängen (vorhandenes Futter zuvor vorläufig entfernen)
    • Auf den nun leeren Honigraum eine Folie etwas zurückgeschlagen legen
    • Neue Leerzarge aufsetzen (das Verfahren geht oft besser, wenn der Abstand mit einer weiteren Zarge erhöht werden kann)
    • In diese ca. 5 eingeweichte Melezitosewaben in großen Abstand geben
    • Die Bienen werden den Melezitosehonig umtragen.
    • Vor- und Nachteile:
      • Lange Zeitdauer vor allem bei mehreren Durchgängen; Einfütterung und Varroabehandlung verschieben sich.
      • Honigverlust bis 50 % und mehr.
      • Methode funktioniert nur, wenn Tracht zu Ende ist.
  • Methode 2: Melezitosewaben entnehmen und im folge Jahr umtragen lassen

Melezitosewaben im nächsten Frühjahr in der Aufwärtsentwicklung der Völker ins Brutnest geben (ausrauben und umtragen lassen).
Günstiger Zeitraum: Trachtlücke nach der ersten Schleuderung.

  • Vor- und Nachteile:
    • Für die Honiglagerung wird ein kühler und trockener Raum benötigt

  • Empfehlung: Melezitosereste in Futterkränzen im Wintersitz wenn möglich entfernen!
    • Brutwaben, wenn möglich an den Rand der Brutzarge geben und nach schlüpfen entfernen.
    • Alternativ kann die Brutwabe mit Melezitosehonig auch über das Absperrgitter nach gehängt werden und nach dem Schlüpfen der Brut entfernt werden.

  • Behandlung des Melezitosehonigs
    • Melezitosehonig schmeckt in der Regel sehr gut.
    • Der Honig bleibt trüb, leichte Formen von Melezitosehonig können gerührt werden, der Honig wird nicht völlig fein, bekommt aber doch eine annehmbare Konsistenz.
    • Schmelzen von Melezitosehonig im Melitherm ist gängige Praxis, mit Hitzeschäden (Abnahme von Invertase, Ansteigen des Gehalts an HMF) ist jedoch zu rechnen.
    • Weiterverarbeitung zu Met schwierig:
      • Bei der Vergärung von Melezitose zu Met vergärt nur der im Honig enthaltene Anteil an Fruchtzucker und Traubenzucker, Melezitosezucker kann von der Hefe nicht verdaut werden.
        Damit ist eine korrekte Berechnung der benötigten Honigmenge äußerst schwierig, außerdem ist mit erheblicher Restsüße zu rechnen.
        Die Vergärung von Melezitose zu Met sollte deshalb erfahrenen Metherstellern überlassen werden

11.1.5 Honigabfüllung und Etikettierung

  • Zum Abfüllen muss eine geeichte Waage verwendet werden.
    (Handelswaage oder Grobwaage der OIML- Klasse III)
  • Erlaubte negative Mengenabweichung Abweichungen beim Abfüllen
    (die individuellen negativen Abweichungen per Glas müssen sich mit den positiven Abweichungen beim Abfüllen ausgleichen):
  • Notwendige Angaben auf dem Honigglasetikett
    • Verkehrsbezeichnung „Honig“ muss auf jedem Etikett angegeben werden
    • Mindesthaltbarkeitsdatum mit Wortlaut „mindestens haltbar bis tt.mm.yyyy“
      (2 Jahren nach der Abfüllung in Verkaufsbehälter
    • Ursprungsland des Honigs ist anzugeben (= Deutschland)
    • Adresse des Herstellers/Imkers
    • Mengenangabe in Gramm „g“
Nennfüllmenge Schriftgröße
bis 50 g 2 mm
50 g – 200 g 3 mm
200 g – 1 kg 4 mm
  • Loskennzeichnung durch den Buchstaben „L“
    (bei einem tagesgenauen MHD kann die Losnummer weggelassen werden)
    (als Loskennzeichnung kann gut das Schleuderdatum verwendet werden
    z. B. L 5/2016)
    • Hinweis: „Mehrwegglas“
    • Hinweis: „Honig trocken und kühl lagern. Vor Licht schützen“
    • Hinweis: „Honig ist lt. Gesetz naturbelassen und deshalb für Säuglinge unter 12 Monaten nicht geeignet“

  • Mögliche Zusatzangaben auf dem Honigglasetikett
    • Botanische Herkunft: z.B. Sonnenblumenhonig, Waldhonig (=Honigtauhonig)
    • Art der Herkunft:       z.B. Blütenhonig, Honigtauhonig
    • Art der Herstellung:   z.B. Schleuderhonig, Presshonig, Wabenhonig
    • Region:                      z.B. Honig aus Mainfranken, Schwarzwaldhonig

Hinweis: bei der botanischen Herkunft (Sorte) treten häufig Probleme bei der Bezeichnung auf, weil Honige nicht vollständig oder überwiegend der angegebenen Pflanze entstammen.

  • Honigbuch
    • Losnummer (L…) à kann entfallen, wenn exakter Schleudertag als MHD angegeben ist.
    • Das Mindesthaltbarkeitsdatum wird i.d.R. mit 2 Jahren angegeben und beginnt erst mit der Abfüllung in die Verkaufsgläser (unabhängig von der Ernte)
    • Datum / Menge / Verarbeitung z. B. gerührt
    • Wassergehalt (Hinweis: Refraktometer nach Brix zeigt ca. 1,5%igen geringeren Wassergehalt an als nach DIN 10752)
    • Elektrischer Wiederstand / Bienenstand / Welche Bienenvölker / Verkaufsbeginn und –Verkaufsende (= Leitwertmessung)

11.2 Steuerliche Behandlung der Imkerei

  • Bis 25 Völker keine Mitgliedschaft in Berufsgenossenschaft
    • Bis 30 Völker Steuerfrei imkern (Rechnungsstellung mit 10,7% MwSt möglich)
    • 31 – 70 Völker Pauschalversteuerung 1.000 €
    • >70 Völker steuerpflichtig

11.3 Wachskurs

11.3.1 Allgemeine Infos zum Wachs

  • Wachserstarrungstemperatur:         58O Celsius
  • Wachsschmelzpunkt:                     62O – 64O Celsius
  • Wachstemperatur Kerzengießen:   um die 70O Celsius
  • Abtötung Faulbrutvirus im Wachs:           ab 120O Celsius
  • Wachssiedepunkt:                          250O Celsius

  • Gewicht Wachsmittelwand Zander:            75 – 80 Gramm
  • Gewicht Ausgebaute Zanderwabe:                       105 – 110 Gramm
  • Um 1 kg Wachs herzustellen benötigen die Bienen ca. 13 kg Honig
  • Gegossene Waben sind i.d.R. etwas schwerer als gewalzte Waben und werden deshalb schneller ausgebaut.

  • Wachs ist Wasserunlöslich
  • Wachs ist mischbar in heißem Alkohol und Ether, heißen Fetten, ätherischen Ölen, erwärmtem Benzin, Chloroform, Schwefelkohlenstoff und Terpentin
  • Wachs reagiert auf Eisen und verfärbt sich dunkel
  • Rückstandsbelastung des Wachses durch fettlösliche Inhaltsstoffe
  • Frisches Wachs ist farblos und erhält erst später durch Pollen, Drüsensekrete, Propolisanteile die intensive Gelbfärbung.

  • Wachsanfall in der Imkerei
    • Aussortieren von dunklen bebrüteten Waben
    • Entdecklungswachs
    • Ausschneiden von Drohnenwaben
    • Abkratzen von Überbau

11.3.2 Wachsgewinnung

  • Entweder durch Einschmelzen im Sonnenwachsschmelzer (Drohnenwaben, Überbau und Entdecklungswachs) oder
  • Im Dampfwachsschmelzer mit destilliertes Wasser (bebrütete Waben).
    (wenn möglich Reste der bebrüteten Waben nach dem Ausschmelzen mit Hilfe einer Presse auspressen und durch ein Sieb bzw. Damenstrumpfhose laufen lassen
    Achtung Auffangbehälter zuvor mit etwas heißem Wasser befüllen.
  • Wachs durch mehrmaliges aufkochen reinigen
  • Vorgehen Wachseinschmelzen und Reinigen Allgemein:
    • 1/3 des Einkochautomaten (aus Edelstahl, Emaille oder Kupfer) bleibt frei – 2/3 können wie folgt befüllt werden:
    • 1/3 Wasser in den Einkochautomaten geben
    • 2/3 Wachs ein den Einkochautomaten geben
    • Wasser bis zum Sieden aufkochen lassen und Wachs schmelzen
    • Wachs langsam abkühlen lassen (am besten in einer Styroporbox)
    • Wachsblock mit Wasser ausschütten
    • Schmutz vom Boden des Wachsblockes abkratzen
    • Vorgang wird 3-5 mal wiederholt.

  • Vorgehen Entkeimung durch Erhitzen des Wachses
    • 30 min. im Dampfwachsschmelzer vom Zeitpunkt des Siedens oder
    • 1 Std. bei 112 O Celsius wasserfrei oder
    • Erhitzen auf 160 O Celsius

Hinweise:

  • Wassertopf nur zu 2/3 füllen à überschäum Gefahr des Wachses
  • Soll beim Abkühlen heißes Wasser zugesetzt werden ist darauf zu achten, dass die Wachstemperatur deutlich unter 100 O Celsius liegt

  • Wachs Bleichen
    • Wachs in die Sonne stellen
    • Zusatz von Oxal- oder Zitronensäure (tropfenweise hinzufügen)

11.3.2 Große Wachsmotte (Galleria melonalla)

  • Falter (Weibchen) ca. 13 mm – Flügelspannweite 14-38mm
    • Lebt 1-3 Wochen
    • Nachtaktiv ohne Nahrungsaufnahme
    • Legt über 1000 Eier (Durchmesser 0,5 mm) in Gelegen von 50-200 Stück
  • Raupen (Lavern) = Fressstadium
    • Greifen Wachswaben und Zargen an
    • Länge 1-30 mm
    • Kaum Sichtbare Atemöffnungen
    • Schlupf aus dem Ei ab >9 O Celsius
    • Wachstum ab 15 O Celsius – Häutungen 8-10
  • Verpuppung
    • Papierähnliche, fester, ca. 20 mm lange Kokons in Haufen und wabenähnlichen Stapeln
    • Entwicklungszeit 140 Tage bei 20 O Celsius
      Entwicklungszeit   50 Tage bei 27 O Celsius
    • Bis zu 8 Generationen pro Jahr
  • Überwinterung als Ei und Larve

11.3.4 Wachskerzen

  • Wachstemperatur Kerzengießen bzw. Kerzenziehen:       um die 70O Celsius
  • Gegossene Wachsplatten brechen schneller als gewalzte Wachsplatten. Deshalb sind gewalzte Wachsplatten für Kerzendrehen besser geeignet.
  • Lochbrett zum Kerzengiesen verwenden. Das Lochbrett verhindert, das zu viel Wachs beim Giesen auch dem Dochtloch entweicht.
  • Der verwendete Docht muss immer in die richtige Richtung eingehängt werden, da die Kerze ansonsten nicht richtig brennt
    (der Docht zeigt in einem „V“ immer von unten nach oben)
  • Am besten markiert man sich bei einer Dochtrolle immer wo der Anfang ist und wie dieser eingehängt werden muss.

Die richtige Dochtgröße ergibt sich aus der Dicke der Kerze:

Dochtstärke Kerzendurchmessern
Stärke 1 – 20 mm
Stärke 2 20 mm – 30 mm
Stärke 3 30 mm – 40 mm
Stärke 4 40 mm – 45 mm
Stärke 5 45 mm – 50 mm
Stärke 6 50 mm – 55 mm
Stärke 7 55 mm – 60 mm
Stärke 8 60 mm – 65 mm
Stärke 9 65 mm – 70 mm
Stärke 10 70 mm

11.4 Pollen

  • Jahresbedarf Pollen von Bienenvölkern zwischen 30 – 50
  • Einzige Eiweißgrundlage
  • Wird zur Aufzucht der Brut benötigt
  • Wie werden Pollen produziert:
    • Über Pollenfallen wird der Pollen von Bienen täglich eingesammelt.
      • Wobei dieser immer trocken sein muss (darf nicht angeregnet werden).
      • Alle Völker am Bienenstand benötigen eine Pollenfalle
      • Es wird nur in der Zeit von April – bis Anfang Juli gesammelt, danach verbleibt der Pollen bei den Bienen zur Überwinterung
      • Es wird in wöchentlichen Turnus gesammelt
      • Tägliche können pro Volk ca. 100 g eingesammelt werden
    • Gesammelter Pollen wird eingefroren
    • Der gesamte Pollen wird auf einen Wassergehalt unter 6% gebracht
    • Pollen wir gereinigt
    • Abfüllen des Pollens in Gläser.
  • Hinweise:
    • Kein sammeln von Pollen während der Rapps Blüte (zu viele Pestizide)
    • Kein sammeln von Pollen in Gebieten mit intensiver Landwirtschaft
    • Der gesammelte Pollen sollte auf Giftstoffe untersucht werden.

11.5 Propolis

11.5.1 Was ist Propolis

  • Bienen sammeln Propolis (=Kittharz) direkt von harzenden Pflanzen bzw. harzigen Knospen wie z. B. Kastanien, Weiden, Erlen, Kirschen, Pflaumen, Pappeln, Birken, Nadelbäumen.
  • mit Hilfe ihres Mandibeldrüsensekretes lösen die Bienen Harzbrocken von den Pflanzen und tragen diese in den Bienenstock ein (wie Pollen).
  • Es gibt große Unterschiede in der Zusammensetzung des Propolis pro Volk und Standort
  • Jahreszeit für Propoliseintrag: ganze Flugzeit, bevorzugt Spätsommer

11.5.2 Bienen verwenden das Proplis für:

  • Verkleinern von Beutenöffnungen
  • Abdichten von Ritzen
  • Glätten von Unebenheiten
  • zur besonderen Hygiene im Bienenvolk: größere Eindringlinge werden mittels Kittharz mumifiziert (Wirkung gegen Fäulnis!)
  • Gesundheitsvorsorge: antivirale und antibakterielle Inhaltsstoffe!
  • Versteifen der Zellränder
  • Kleinbauarbeiten

11.5.3 Bestandteile des Propolis

  • Harze und Balsam:                      ca. 50% – 55%
  • Bienenwachs                               ca. 25% – 30%
  • ätherische Öle:                             ca. 8% – 10%
  • Pollen:                                          ca. 5%
  • Mineralstoffe, Spurenelemente: ca. 5%
    (Kalzium, Kalium, Natrium, Magnesium, Eisen…)

antibiotische und antivirale Stoffe (Flavonoide, Kaffee- und Zimtsäure…)

Vitamine

  • Rückstandsgefahr durch Varroabehandlungsmittel und Pestizide

11.5.4 Eigenschaften & Verwendung von Propolis

  • Farbe schwankt nach Herkunft, z.B. Erle gelb, Roßkastanie rötlich, Pappel braun, Birke schwarz
  • Konsistenz
    • Neues Propolis: warm, glatt, glänzend
    • Altes Propolis: kalt, trocken bröselig
  • Äußerliche Anwendungen
    • antiviral z.B. gegen Herpes-Viren
    • antimikrobielle, keimhemmende Wirkung: (z. B. Fußpilz – Achtung färbt)
    • regenerative Wirkung in Wundheilung (auch Brandwunden)
    • krampflösende Wirkung
  • Innerliche Anwendung
    • Halsschmerzen / Husten / Heiserkeit / eitrige Mandeln
    • Zahnschmerzen / Zahnfleischerkrankungen
    • Magenschmerzen
    • Ohrenschmerzen
  • Sonstige Anwendungen
    • Holzschutzmittel (eher innen als außen), Schuhcreme, Geigenbauer
  • Nebenwirkungen
    • Allergiegefahr bei 4,2 % der Bevölkerung (testen am inneren Unterarm)
    • Färbt leicht gelb,
    • Brennt wie Jod wegen des Alkohols
    • Nicht für Alkoholiker geeignet

11.5.5 Einahmemöglichkeiten von Propolis

  • Pur (Geschmack gewöhnungsbedürftig – harzig)
  • Honigmischung (z. B. 6 Tropfen in Honig einrühren)
  • Auf Zuckerstück
  • Verdampfer (Vorsicht bei Tassen und Gläser – Propolis färbt)
  • Getrocknet mit Traubenzucker vermengt

11.5.6 Gewinnung von Propolis

  • Abkratzen von Rähmchenleisten (besonders im Bereich der Abstandsregelungen)
  • Auflegen von speziellen Kittharzgittern als Abdeckung. Verbautes Gitter gefrieren und sprödes Kittharz aus Gitter brechen

11.5.7 Herstellung von Propolis Tinkturen

  1. Propolis in 96%igen medizinischem Alkohol über ca. 2-3 Monate hinweg unter täglichem Schütteln auflösen

(70%iger Alkohol funktioniert auch)

  • Tinktur mit Kaffeefilter von unlöslichen Teilen befreien
  • Abfüllen in braune Gläser (Propolis ist Lichtempfindlich – Tinktur nicht in die Sonne stellen):
    • Luftdichter Verschluss
    • Drehverschluss oder
    • Pipette oder
    • Zerstäuberpumpe
  • Propolis kühl, trocken, dunkel und Geruchsfrei lagern.

Beispiel:
1-Liter-Falsche mit Propolis füllen und mit Alkohol auffüllen (= ca. 0,6 Liter).

(Verhältnis Propolis zu Alkohol= 1:1)
Das ganze täglich schütteln und nach ca. 2 – 3 Monaten durch einen Kaffeefilter filtern. Das Ergebnis sind ca. 0,4 Liter Propolis Tinktur fertig zum Abfüllen.

  • Bezugsquellen für Propolisgläser:
    • Apotheken
    • Imkereifachhandel
    • Rosa Heinz Verpackungen / Gewerbering 10 / 85777 Fahrenzhausen
      Tele: 08133 / 918590 / www.rosa-heinz.de/

11.5.8 Herstellung von Propoliscreme

  • Zutaten:
    • 500 g           Bio-Olivenöl
    •   75 g           Bienenwachs
    •   30 g           Honig
    • 100 ml         30%ige Propolistinktur
                          oder
        30 g           Propolisextrakt

  • Herstellung:
    • Bio-Olivenöl und Wachs unter ständigen Rühren auf ca. 60 O Celsius erwärmen und verflüssigen
    • Auf kurz unter 40 O Celsius abkühlen lassen (weiter rühren)
    • Honig und Propolis einrühren
    • Weiter rühren bis das Gemisch durchsichtig wird
    • Schnell abfüllen

11.6 Einfangen von Schwärmen

  • Vor dem Einfangen von Schwärmen diese mit Wasser besprühen, damit die Flugtätigkeit reduziert wird.
  • Eingefangene Schwärme erst nach 2-3 Tagen füttern und erst dann auf Mittelwände setzen.
  • Sofort gegen Varroose behandeln (z.B. beim Beuteneinlauf mit Milchsäure)
  • Schwarmkiste sollte leicht sein und auch gut belüftet,

11.7 Allgemeine Varroa-Bekämpungsmöglichkeiten

  • Drohnenbrut schneiden
  • Ableger bilden und bei Brutfreiheit mit 15%iger Milchsäure behandeln
  • Kunstschwarmbildung mit einhergehender 15%iger Milchsäurebehandlung
  • Sommerbrutentnahme
  • Muller-Brett
  • Varroa-Catcher

Hinweise:

11.8 Bienenkrankheiten

11.8.1 Kalkbrut

Symptome Anmerkungen
Die weißen oder dunklen Mumien sind häufig am Flugloch, vor dem Volk am Boden oder auf dem Bodenbrett (Frühjahrsnachschau). Drohnenbrut oftmals besonders stark betroffen
Abgestorbene Brutzellen, die von weißem Pilzmyzel durchwachsen sind. Verstärktes Auftreten im Frühjahr
Lückenhafte Brut Selbstheilung möglich

11.8.2 Varroa (Varroose)

  • Folgende Varroa-Behandlungs-Mittel verwende ich:
Varroabehandlungs-mittel Apotheken- pflichtig Eintrag in das Bestandsbuch Volk in Brut / Volk Brut frei Bemerkung
Ameisensäure 60 %
ad us. vet.
Nein Nein Volk in Brut Wirkt auch gegen Varroa in der Brut u. Tracheenmilbe! keine Rückstandsproblematik
Milchsäure 15%
ad us. vet
Nein Nein Volk Brut frei keine Rückstandsproblematik
Oxalsäuredihydrat-Lösung 3,5 % (mN)
ad us. vet.
Ja Ja Volk Brut frei keine Rückstandsproblematik

Varroa Behandlungswetter

11.8.3 Amerikanische Faulbrut

Symptome Anmerkungen
Lückenhaftes BrutnestStehengebliebene ZellenEingesunkene ZelldeckelBrauner, schleimiger Zersatz, fadenziehend (Streichholzprobe)Eingetrocknete, festsitzende Schorfe Anzeigepflichtige SeucheExtreme AnsteckungsgefahrUnmittelbare Sanierung unter veterinäramtlicher Aufsicht erforderlich!      

11.8.4 Europäische Faulbrut

Symptome Anmerkungen
Lückenhafter Brutnest, stehengebliebene ZellenEingesunkene ZelldeckelBefallene Maden schlaff und oft verdreht in der ZelleBreiiger brauner Zersatz, nicht fadenziehend Ansteckung meist über infizierte Bienen und Gerätschaften, Futter oder fremden PollenIn Deutschland seltenSelbstheilung Möglich

11.8.5 Ruhr

Symptome Anmerkungen
Die Bienen sind unruhig, laufen umher, der Hinter-leib ist angeschwollen.Das Aussehen des Hinter-leibes ist gedehnt, glasig.Bei Druck auf den Hinter-leib spritzt Kot heraus. Der Kot hat eine breiige – flüssige Konsistenz, die Farbe ist gelb – hellbraun.Auf den Waben finden sich Kotspritzer in den Waben-zellen. Der sogenannte Ruhrschorf befindet sich dabei nur an den Zell-öffnungen!Weitere Kotspritzer finden sich auf den Rähmchen, am Kasten und im Flugloch-bereich. Die Kotspritzer sind großflächig und von brauner Farbe.Auf dem Bodenbrett liegen vermehrt tote Bienen.Die erkrankten Bienen fliegen auch bei schlechtem Wetter oder Kälte aus. Langanhaltende kalte Witterung und dadurch verhinderter Reinigungs-flugHäufiger Wetterum-schwung mit Tempera-turschwankungen, führt zu vermehrter FutteraufnahmeUngeeignetes Winter-futter (z.B. mangelhaft gereinigter Rohzucker, Zusätze, verdorbenes Futter) oder auch Honigtauhonig im Winter in den Völkern.Beunruhigung im Wintersitz der Völker, bewirkt erhöhte Futter-aufnahme, z.B. un-nötiges Öffnen der Kästen, Vögel, Spitz-mäuse. Weisellosigkeit.Verstopfte Fluglöcher (Schnee, Eis, tote Bienen)Reizfüttern mit frühzeitiger Pollenauf-nahme

11.8.6 Kleiner Beutkäfer

Symptome Anmerkungen
Fressgänge in den Waben (die Larven minieren durch den Bienenstock)Larven oder adulte Käfer im BienenstockVerschleimung der Honigwaben (Fermentation des Honigs)Vergorener, faulig riechender, verflüssigter Honig (läuft aus dem Flugloch)Verkrustete Kriechspuren der Wanderlarven außen am Bienenstock Der kleine Beutenkäfer wurde im September 2014 in Italien festgestellt.Bisher wurde er noch nicht in Deutschland festgestellt.

11.9 Naturwabenbau

  • Rämchen mit Anfangsstreifen (Dicke ca. 2 Daumenbreit)
  • Rämchen sind auch mit Edelstahldraht ausgestattet
  • Bäuten mit Wasserwaage ausstatten.

11.10 Bienentränke

  • Gut geeignet ist ein Moorbecken:
    • Betonbecken ohne Loch oder Teichfolie
    • Das Loch mit Torferde auffüllen
    • Das Ganze mit Wasser auffüllen und mit Moorpflanzen bepflanzen
    • Lage: Sonnig

11.11 Futterteig selbst herstellen

11.1.1 Futterteig mit Flüssigfutter

  • 10 kg Puderzucker
  • 5 kg Apiinvert (alternativ Auch Zuckerwasser 1:1???)
  • 250 g frische Backhefe
  • Rühren und 4-5 Tage stehen lassen

11.1.2 Futterteig mit Honig

  • 500 g flüssigen Honig
  • 250 g Puderzucker
  • 500 g flüssigen Honig
  • 250 g Puderzucker
  • Das ganze abwechselnd in eine Gefriertüte geben, durchmengen und einen Tag stehen lassen

Imkerkonzept Bernd Wanderl

©2019 Bernd Wanderl/Imkerei Wanderl

Version September 2019